Projekte
Im Supermarkt der Ideen entwickeln und realisieren wir Projekte, die Stadtentwicklung neu denken: offen, partizipativ und praxisnah. Dank unterschiedlicher Förderprogramme können wir gemeinsam mit Bürger*innen, Partnerinstitutionen und der Stadt innovative Ideen erproben, Prototypen bauen und konkrete Veränderungen im öffentlichen Raum anstoßen. Unsere geförderten Projekte verbinden handwerkliche Praxis, digitale Technologien und gesellschaftliches Engagement. Sie schaffen Orte zum Mitmachen, stärken Kompetenzen und fördern neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Stadtgesellschaft, Verwaltung und Wissenschaft. Hier stellen wir unsere aktuellen und vergangenen Förderprojekte vor – von smarter Infrastruktur über Citizen-Science-Initiativen bis hin zu kreativen Stadtinterventionen.
1. Open Bike Sensor – 2. Smarte Stadtmöbel – 3. Lokale Ressourcenzentren
OpenBikeSensor – Gefahren im Radverkehr sichtbar machen
Wie sicher fühlt sich Radfahren in unserer Stadt wirklich an?
Mit dem Projekt OpenBikeSensor machen wir Überholabstände messbar – und schaffen eine fundierte Grundlage für bessere Radverkehrsplanung.
Was ist der OpenBikeSensor?
Der OpenBikeSensor (OBS) ist ein kleines Messgerät, das am Fahrrad montiert wird. Während der Fahrt misst er mit Ultraschallsensoren den seitlichen Abstand von überholenden Fahrzeugen. Werden kritische Abstände unterschritten, wird dies anonym erfasst und später auf einer digitalen Karte sichtbar gemacht.
So entstehen:
reale Daten statt subjektiver Eindrücke
Heatmaps mit Gefahrenstellen
belastbare Grundlagen für Stadtplanung und Verkehrspolitik
Das Besondere: Bürger*innen forschen mit
Die Sensoren werden nicht fertig gekauft – wir bauen sie gemeinsam in Workshops.
Im Supermarkt der Ideen und mit Partnern aus der Stadt entstehen in mehreren Terminen funktionsfähige Messgeräte.
Dabei kannst du:
löten und technische Komponenten verbauen
lernen, wie Sensorik funktioniert
dein eigenes Messgerät zusammenbauen
aktiv zur Verbesserung der Radinfrastruktur beitragen
So verbinden wir Technik, Bürgerwissenschaft (Citizen Science) und Stadtgestaltung.
Warum machen wir das?
Viele Radfahrende berichten von gefährlichen Situationen im Straßenverkehr. Bisher fehlen jedoch oft objektive Daten, um Handlungsbedarf klar zu belegen. Der OpenBikeSensor schafft Transparenz: Er macht sichtbar, wo es eng wird – und wo Handlungsbedarf besteht.
Die gesammelten Daten helfen:
Gefahrenstellen zu identifizieren
Maßnahmen gezielt zu planen
Diskussionen zu versachlichen
die Sicherheit für Radfahrende zu erhöhen
Was passiert mit den Daten?
Die Messdaten werden anonymisiert ausgewertet und auf einer offenen Plattform visualisiert. Persönliche Daten werden nicht gespeichert. Ziel ist es, eine transparente und nachvollziehbare Datengrundlage für Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit zu schaffen.
Und wie geht es weiter?
Nach der Bauphase werden die Sensoren über mehrere Monate im Stadtgebiet eingesetzt. Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Perspektivisch können die Daten regelmäßig in Planungsprozesse einfließen.
Du möchtest mitmessen?
Mach mit beim nächsten Workshop und werde Teil unseres Citizen-Science-Projekts.
Gemeinsam machen wir Radverkehr in Oberhausen sicherer – datenbasiert und sichtbar.
Smarte Stadtmöbel – Gemeinsam Stadt neu gestalten
Wie können wir unsere Stadt lebenswerter, digitaler und grüner machen? Mit dem Projekt Smarte Stadtmöbel bringen wir genau das zusammen: Aufenthaltsqualität, Technik und Mitmachen.
Was sind smarte Stadtmöbel?
Unsere smarten Stadtmöbel sind modulare Sitz- und Pflanzelemente für den öffentlichen Raum. Sie laden zum Verweilen ein und bieten gleichzeitig digitale Extras wie:
WLAN-Hotspots
USB-Lademöglichkeiten
Solarzellen zur nachhaltigen Energieversorgung
Sensoren zur Messung von Passantenfrequenzen und Umweltdaten
So entstehen Orte, an denen man sich treffen, arbeiten, ausruhen oder einfach die Stadt genießen kann – mit praktischen digitalen Angeboten direkt vor Ort.
Das Besondere: Wir bauen sie selbst!
Die Stadtmöbel werden nicht „von der Stange“ gekauft – wir entwickeln und bauen sie gemeinsam. Im Supermarkt der Ideen arbeiten Bürger*innen, Auszubildende und Engagierte zusammen an Planung, Bau und technischer Ausstattung. Dabei kannst du:
handwerkliche Fähigkeiten erlernen oder vertiefen
mit Holz, Metall und Technik arbeiten
Sensoren und smarte Komponenten einbauen
aktiv an der Gestaltung deines Stadtteils mitwirken
Egal ob Anfänger*in oder Profi – jede und jeder kann mitmachen.
Warum machen wir das?
Viele öffentliche Räume sind funktional, aber wenig einladend. Mit den smarten Stadtmöbeln zeigen wir, wie Straßenräume und Plätze anders genutzt werden können: grüner, offener und digital vernetzt.
Statt reiner Parkflächen entstehen Begegnungsorte.
Statt anonymer Infrastruktur entstehen gemeinsam gebaute Elemente, mit denen sich Menschen identifizieren können.
Was passiert mit den Daten?
Die eingebauten Sensoren erfassen z. B. Passantenfrequenzen oder Umweltwerte. Diese Daten helfen dabei, besser zu verstehen, wie öffentliche Räume genutzt werden – und wie sie künftig noch attraktiver gestaltet werden können. Transparenz und Datenschutz stehen dabei selbstverständlich im Mittelpunkt.
Und wie geht es weiter?
Zunächst bauen wir einen Prototypen. Wenn sich das Konzept bewährt, können weitere Möbel in anderen Stadtteilen entstehen. So wächst Schritt für Schritt ein Netzwerk smarter, gemeinschaftlich gebauter Orte in Oberhausen.
Du willst mitmachen?
Komm zu unseren offenen Werkstattzeiten vorbei oder sprich uns an.
Gestalte mit uns die Stadt von morgen – direkt hier im Supermarkt der Ideen.
Lokale Ressourcenzentren – Dinge im Kreislauf halten
Was wäre, wenn ausgediente Möbel, Geräte oder Materialien nicht entsorgt, sondern weitergegeben, repariert und neu genutzt würden? Mit dem Projekt Lokale Ressourcenzentren (LoRe) entwickeln wir ein Modell, wie Städte Kreislaufwirtschaft ganz konkret vor Ort umsetzen können. Grundlage ist unser ausführlicher Arbeitsplan .
Was ist ein Lokales Ressourcenzentrum?
Ein Lokales Ressourcenzentrum ist ein Ort, an dem Dinge gesammelt, geprüft, repariert, umgestaltet und weitergegeben werden. Es verbindet:
- Wiederverwendung statt Wegwerfen
- Reparatur und Upcycling
- Qualifizierung und Teilhabe
- Digitale Erfassung von Ressourcen
So entsteht eine Infrastruktur, die Ressourcen schont, Kosten spart und gleichzeitig neue Begegnungs- und Lernorte schafft.
Das Besondere: Reallabor & digitale Plattform
Das Ressourcenzentrum wird als Reallabor aufgebaut und im laufenden Betrieb getestet. Gemeinsam mit Partnern aus Stadtverwaltung, Werkstätten, sozialen Trägern, Bildungseinrichtungen und Unternehmen entwickeln wir funktionierende Abläufe – von der Materialannahme bis zur Weitergabe.
Herzstück ist eine digitale Plattform und App, mit der Materialien erfasst, verwaltet und auffindbar gemacht werden. So werden dezentrale Lagerorte vernetzt und Angebote transparent sichtbar. Ziel ist ein leicht zugängliches, offenes System, das auch andere Kommunen nutzen können.
Wer kann mitmachen?
Das Projekt richtet sich bewusst an viele unterschiedliche Gruppen – besonders auch an Menschen, die in klassischen Werkstatt- oder Innovationsprojekten oft unterrepräsentiert sind.
Durch Workshops, Beteiligungsformate und niedrigschwellige Angebote schaffen wir Räume für:
gemeinsames Lernen
handwerkliche Qualifizierung
kreative Projekte
soziale Begegnung
Das Ressourcenzentrum ist nicht nur eine technische Lösung, sondern ein Ort für Gemeinschaft, Selbstwirksamkeit und nachhaltiges Handeln.
Warum machen wir das?
Viele Städte stehen vor großen Herausforderungen: Ressourcenknappheit, steigende Entsorgungskosten, soziale Ungleichheit und der Bedarf an neuen Formen lokaler Wertschöpfung. Lokale Ressourcenzentren zeigen, wie ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zusammen gedacht werden können. Wir untersuchen dabei auch ganz konkret:
Welche ökologischen Einsparungen entstehen?
Ist das Modell wirtschaftlich tragfähig?
Wie wirkt es auf das Quartier und das soziale Miteinander?
Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einem Leitfaden aufbereitet, damit andere Städte und Initiativen davon profitieren können.
Unser Ziel:
Ein funktionierendes, übertragbares Modell für zirkuläre Stadtentwicklung – gemeinsam mit der Stadtgesellschaft entwickelt und dauerhaft im Quartier verankert.
